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BOTULINUMTOXINTHERAPIE

Ultraschallgestützte Botulinumtoxintherapie | Einzelne Muskeln für die Botulinumtoxintherapie mit Ultraschall sicher identifizieren und gezielt behandeln

Botulinum Toxin in der Neurologie

Auch wenn Botulinumtoxin, kurz „Botox“, seine Berühmtheit der Anwendung zur ästhetischen Therapie von Gesichtsfalten verdankt, hat dieses Medikament einen festen Platz in der Behandlung neurologischer Erkrankungen mit charakteristischer Muskelüberaktivität. Ursprünglich wurde Botulinumtoxin vor über 20 Jahren von Augenärzten und Neurologen verwendet, historisch kam die Anwendung in der ästhetischen Medizin erst Jahre später hinzu. Der Wirkmechanismus ist in allen diesen Bereichen aber der gleiche: Botox vermindert die Muskelaktivität. Bei neurologischen Erkrankungen mit (oft schmerzhafter) Muskelüberaktivität, wie z.B. bei Lidkrampf (Blepharospasmus), Schiefhals (zervikale Dystonie) oder Schreibkrampf ist Botulinumtoxin mittlerweile Therapie der ersten Wahl.

Zunehmend wird Botulinum Toxin auch bei anderen Problemen assoziiert mit schmerzhafter Muskelüberaktivität mit Erfolg eingesetzt, beispielsweise bei Ansatztendinopathien (Tennisellbogen = Epicondylopathia humeri radialis; Golferellbogen = med. med. Epicondylopathia humeri ulnaris; Fersenschmerzen infolge Plantarfsciiitis) u.a.

Warum ultraschallgestützte Botulinumtoxin Injektionen?

Wenn mit Botox die übermäßige Anspannung bestimmter Muskeln therapiert werden soll, ist es natürlich wichtig, daß das Medikament in genau diesen Muskeln platziert wird. Kein Mensch gleicht dem anderen; ein unterschiedlicher Muskelaufbau, unterschiedlicher Anteil an Fettgewebe usw. machen die zielgenaue Injektion oft zu einer Herausforderung. Handelt es sich zudem um Muskeln, die dünn sind (oft < 1cm), nimmt die Treffergenauigkeit weiter ab. In Studien konnte gezeigt werden, daß selbst langjährige Botox-Experten je nach Musklen nur Trefferquoten zwischen 12-78% erreichten (Chin, J Pediatr Orthop 2005 und Molloy, Neurology 2002); die Treffgenauigkeit kann mit Ultraschallkontrolle deutlich erhöht werden. Kommt Botox in einem anderen als dem beabsichtigten Muskel zur Wirkung, kommt die erwünschte Wirkung womöglich nicht zustande und es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten. Mit Muskelultraschall kann die Injektion zielgenau stattfinden. In Studien konnte gezeigt werden, daß so die Wirkung verbessert wird und auch die Rate an Nebenwirkungen abnimmt. (Hong, Muscle Nerve 2012; Picelli, Clin Rhabil 2014; Santamato, J Neurol Sci 2014).

Anmerkung: Wann eine Injektion unter Ultraschallkontrolle sinnvoll ist und wann andere Verfahren zur Verbesserung der Zielgenauigkeit sinnvoll sind (EMG-Kontrolle), hängt u.a. von den zu therapierenden Muskeln ab und muß immer individuell entschieden werden.

Botox in der Therapie der Migräne

Durch Überaktivierung bestimmter Muskeln verursachte Schmerzen können durch Botulinumtoxin rasch und anhaltend gelindert werden. Zunächst hatten Anwenderinnen ästhetischer Botoxtherapie als willkommenen Nebeneffekt ihrer Anit-Falten-Behandlung eine Abnahme ihrer Kopfschmerzen bemerkt. Dieser Effekt konnte mittlerweile in medizinischen Studien nachgewiesen werden. Auf Grundlage dieser Studien ist Botox mittlerweile von den Arzneimittelbehörden überprüft worden und zur prophylaktischen Therapie der chronischen Migräne zugelassen. Für viele Patienten stellt dies eine wirksame Alternative zur täglichen Tabletteneinnahme (medikamentöse Prophylaxe) dar.

 

Botox in der Therapie übermäßigen Schwitzens (medizinisch: Hyperhidrose)

Botulinumtoxintherapie wirkt genau genommen nicht spezifisch in Muskeln, sondern spezifisch an einem bestimmten Überträgerstoff (sog. Transmitter) des Nervensystems, dem Acetylcholin. Dieser Transmitter spielt an zwei Stellen im Körper eine wichtige Rolle: bei der Muskelkontraktion und in der Ansteuerung von Schweißdrüsen. Botox kann also bei Gabe in Muskeln deren Überaktivität mindern und bei Gabe in Schweißdrüsen auch deren Überaktivität deutlich vermindern. So wird Botox seit Jahren bereits erfolgreich in der Therapie übermäßigen Schwitzens, der sog. Hyperhidrose eingesetzt. Übermäßiges Schwitzen der Achselhöhlen kann, genauso wie übermäßiges Schwitzen an Händen und Füßen damit sehr gut behandelt werden.

Übersicht Anwendungsgebiete
  • Muskulärer Schiefhals
    • Medizinisch: Torticollis spasmodicus, oder zervikale Dystonie
    • Botulinumtoxin ist mittlerweile international Standardtherapie bei zervikaler Dystonie

 

  • Krampf der Lidschlußmuskulatur
    • Medizinisch: Blepharospasmus
    • auch bei Blepharospasmus gilt Botulinumtoxin mittlerweile international als Therapie der ersten Wahl

 

  • Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur
    • Medizinisch: Hemispasmus facialis
    • Aufgrund der guten Sicherheit und Erfolgsraten ist Botulinumtoxintherapie oft anderen Therapiemöglichkeiten (Medikamente, Operation) vorzuziehen

 

  • Erhöhter Muskeltonus nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose o.a.
    • Medizinisch: sog. spastische Muskeltonuserhöhung
    • An Beinen und Füßen, z.B. sog. Spitzfuß
    • An Armen und Händen
    • Botulinumtoxin hilft bei Spastik, die Beweglichkeit zu verbessern, auch Kontrakturen vorzubeugen

 

  • Schreibkrampf
    • Medizinisch gesehen eine Sonderform der fokalen Dystonie
    • Die Überaktivität der betroffenen Muskeln läßt sich mit Botulinumtoxin gut beeinflussen

 

  • Übermäßiges Schwitzen der Achselhöhlen
    • Medizinisch: Hyperhidrosis axillaris
    • bei fokalem übermäßigem Schwitzen stellt Botulinumtoxin eine sehr hilfreiche und nebenwirkungsarme Therapie dar

 

  • Übermäßiges Schwitzen an Händen oder Füßen
    • Medizinisch: Hyperhidrosis palmaris, bzw. Hyperhidrosis plantaris
    • bei fokalem übermäßigem Schwitzen stellt Botulinumtoxin eine sehr hilfreiche und nebenwirkungsarme Therapie dar

 

  • chronische Migräne
    • hier stellt Botulinum Toxin eine gut wirksame Alternative zur täglichen Medikamenteneinnahme dar

 

  • Tennisellbogen
    • Medizinisch: Epicondylopathia humeri radialis
    • In neueren Studien wurde eine der Operation vergleichbare Wirksamkeit der Botulinumtoxintherapie gezeigt

 

  • Golferellbogen
    • medizinisch. Epicondylopatihia humeri medialis
    • auch hier wurde in neueren Studien eine gute Wirksamkeit von Botulinumtoxin auf die Schmerzen gezeigt

 

  • Fersenschmerzen
    • infolge sog. Plantarfasciitis
    • In den letzten Jahren zeigten medizinische Studien eine gute und anhlatende schmerzlindernde Wirkung durch Botulinum Toxin

 

  • Schmerzhafte starke Muskelanspannung im Schulter-Nackenbereich
    • sog. myofasciales Schmerzsyndrom
    • bei hartnäckigen Schmerzen infolge Muskelüberaktivität kann in bestimmten Situationen durch Anwendung von Botox eine längeranhaltende Muskelrelaxation und Schmerzlinderung erreicht werden