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ULTRASCHALLGESTÜTZTE INJEKTIONEN

Punktgenaue Einbringung von Medikamenten; minimiertes Risiko

Sonographie-gestützte Injektionen: punktgenaue Gabe von Medikamenten

Bei bestimmten Schmerzsyndromen oder auch bei einer Nervenreizung durch Kompression kann es sinnvoll sein, den Nerven mit einem entzündungshemmenden und/oder die Schmerzweiterleitung unterdrückenden Medikament zu behandeln. Die Nervenblockade bringt oft rasche und deutliche Schmerzerleichterung. In bestimmten Situationen ist die Injektion auch ein sinnvoller Zwischenschritt zwischen konservativer Therapie und Operation, hilft eine OP hinauszuzögern oder gar zu vermeiden. Um eine gute Wirkung zu entfalten, sollte die Medikation möglichst nah an den Nerven injiziert werden. Gleichzeitig sollten eine Verletzung des Nerven, auch eine Schädigung anderer naheliegender Strukturen (Arterien, Venen o.a.) nicht vorkommen. Um dies zu erreichen, bietet sich die Ultraschalltechnik an. Während der Injektion kann die ganze Zeit die genaue Lage der Nadelspitze visualisiert werden. Mit Hilfe der Ultraschallkontrolle können Schmerzmedikamente gezielt und sicher an Nervenbahnen injiziert werden.

Hier finden Sie eine Abbilldung einer ultraschallgestützen Injektion

Vor- und Nachteile Ultraschall-gestützter Injektionen

Vorteile:

  • Nervenblockaden sind sehr gezielt möglich, auch kleinste Nerven gut darstellbar
  • Bei Injektionen, die traditionell ohne bilgebende Kontrolle (z.B. Karpaltunnelsyndrom) durchgeführt werden, deutlich erhöhte Sicherheit
  • Keine Strahlenbelastung (keine Röntgen- oder CT-Untersuchung)
  • In dem Fachbereich der Anästhesie (Lokalanästhesie, Nervenblockaden) ist die Nervenultraschallanwendung aufgrund der zahlreichen Vorteile weltweit zur Zeit rasch auf dem Vormarsch
  • Durch Visualisierung von Zielstruktur und Nadelspitze punktgenaue Gabe von Medikamenten möglich; dies erhöht die Sicherheit und die Wirksamkeit der Injektion

 

Nachteile:

  • detaillierte Kenntnisse in Schnittbildanatomie und Ultraschallanatomie gefordert
  • hohe technische Anforderungen (neueste Gerätegeneration, hochauflösende Sonde), damit verbundener Investitionsaufwand
  • das Erlernen der Methode erfordert eine zeit- und kostenintensive Zusatzausbildung
  • die Auflösungsmöglichkeit des Ultraschall nimmt bei tiefer gelegenen Strukturen ab, die Anwendung ist also vor allem für eher oberflächlich verlaufende  Nerven zu empfehlen
  • wie bei Ultraschallanwendungen allgemein hinsichtlich der Ergebnisqualität Abhängigkeit von Können des Untersuchers
Sonogestützte Injektionen- Anwendungen - Beispiele:
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Ulnarisneuroapthie am Ellbogen (Sulcus Ulnaris Syndrom)
  • N. suprascapularis (eine Ursache bei Schulterschmerzen)
  • N. okkzipitalis
  • N. tibialis, Tarsaltunnelsyndrom
  • Meralgia paresthetica, N. cutaneus femoris lateralis
  • Joggers foot
  • Mortons Neurom
  • N. saphenus (Knieschmerzen z.B. nach Arthroskopie)

Dies sind nur einige Beispiele häufig in der Praxis durchgeführter, sinnvoller Injektionstherapien. (Als Neurologe therapiere ich Nervenschmerzen; andere Anwendungen ultraschallgestützter Injektionen in der Schmerztherapie führe ich nicht durch). Natürlich ist auch die Therapie weiterer Nervenschmerzen möglich. Die Vorgehensweise und die Indikation kann gerne im Einzelfall besprochen werden.